Termine

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12. Okt. 2013

4. Mai 2013

Programme


MENSCHENKINDER (2020)

Es gibt sie noch, diese Inseln des Vergessens, auf denen man strandet und nach einer Drehung um sich selbst einfach liegenbleibt. Die Marktschenke ist so ein Ort. Hier spuckt das Leben im Vorübergehen seine Menschenkinder aus: Arbeiter und Angestellte, die ihren Monatslohn versaufen, liebeshungrige Casanovas, Glücksritter und Hasardeure sowie leichte Mädchen auf der Suche nach Kundschaft. In der Hoffnung auf einen Fetzen Glück schauen von Zeit zu Zeit Bettelkinder vorbei, während manch unglückliche Dame sich am Tresen mit Gin Tonic betäubt und Beziehungsgestörte Lieder aus der Musikbox mitsingen – Lieder, die von verglimmender Liebe und verkorksten Beziehungen erzählen. Und mittendrin die Barfrau Vera, als Familienoberhaupt, Seelenklempnerin und Betäubungsexpertin. Sie führt ihre Menschenkinder mit sicherer Hand durch die Nacht und kann doch die große Tragödie nicht verhindern, die plötzlich alles erstarren lässt. Auf dem Programm Lieder von Friedrich Hollaender, Udo Lindenberg, Ulla Meinecke, Achim Reichel, Carl Loewe und anderen.

DER GLANZ DER FETTEN JAHRE (2017)

Wer rettet uns von uns selbst? Wer erlöst uns von der Sehnsucht, dem Fernweh, der Trauer nach vergangenen Zeiten, die so schnell vergehen, und dem Verlangen nach einer Zukunft, die gar nicht schnell genug kommen kann? Allein die Jugend vermag in besonderen Momenten das Leben bis zur Neige auszukosten. Sie löst die Sehnsucht in Lachen, Lieben, Tanzen, manchmal auch in Peinlichem, Albernem oder Schmerzvollen auf – und das alles irgendwie leicht und heiter und vor allem: Jetzt! Den Überlebenden der Jugend bleibt dagegen nur die Sehnsucht nach ewigem Selbsterhalt. Der Preis: Gieriges Besitzdenken, ruchlose Moral, unnütze Kriege, fragwürdige Machtspiele, der Ausschluss alles Fremden. Doch wenn die Gier in Dekadenz versinkt, verpufft der Glanz der fetten Jahre schnell im Nichts. So mancher gräbt sich dann eine Kuhle in die Luft, in die er, wie Konstantin Weckers alter Kaiser, am Ende selbst hinein fällt. Ein sehnsuchtsvoller Liederabend mit Liedern und Geschichten voller Leiden und Lachen von Robert Schumann, Kurt Weill, Element of Crime, Nina Hagen, Konstantin Wecker und anderen.

ERLKÖNIG (2013)
Portraitstudie, 2010, Öl auf Karton, 102 x 68: © Peter Fetthauer, www.pefe.de/PEFE.htm

„Du hast hier nichts verloren, geh‘ nach Hause, am Ende dieses Ganges ist die Tür“ heißt es in Über dir der Mond der Gruppe Element of Crime. Und tatsächlich gibt es ja immer wieder Situationen, in denen man alles falsch macht, man niemandem und nichts genügen kann und einen einfach keiner mehr haben will. Dann kann es schon mal vorkommen, dass man die Flucht ergreift, ins Kasino rennt und alles auf eine Zahl setzt. Von solchen und anderen Alltagsfluchten handelt das Programm. Denn hat sich nicht jeder schon einmal in eine Welt hineingeträumt, in der die Engel auf den Wolken tanzen und schwereloses Fliegen kein Problem ist? Nahe liegt dann auch der Griff zur Flasche, zu Rauchwaren und Pillen aller Form, Farbe und Wirkung. Nehmen dann allerdings die Visionen überhand, kann es schon einmal passieren, dass einen das Grauen packt: wenn sich ein Bartresen in einen undurchdringlichen Wald verwandelt und sich einem schleimiges Getier in die Haut bohren will oder wenn rasant steigendes Wasser einen in die Unendlichkeit des Meeres fortzutragen droht, während der Erlkönig und seine Elfen am Horizont mit den Verlockungen des Todes winken. Spätestens dann kommt vielleicht der Gedanke auf, dass Trost letztlich nur findet, wer seine Alltags-, Liebes- und sonstigen Sorgen in eine große Kiste versenkt und der Welt wieder mit offenem Visier begegnet. Geschichten zum Thema Alltagsfluchten wechseln sich in diesem Programm ab mit Schlagern, Popsongs und klassischen Liedern von Carl Loewe über Jacques Brel bis hin zu Udo Lindenberg.

TO STRUGGLE WITH MY INSTINCT (2010)

Einladungskarte zum Liederabend TO STRUGGLE WITH MY INSTINCT, Gestaltung: Sabine Krüpe, 2010Verblendet durch testosterongesteuerten Größenwahn sehen Männer die Konsequenzen ihres Handelns meist erst dann, wenn die Katastrophe schon geschehen ist. Irgendwann müssen sie jedoch feststellen, dass sie das, was sie zum Leben brauchen, ständig vernichten und dass sie das, was sie vernichtet haben, eigentlich lieben. So bleiben als Trost nur das inszenierte Selbstmitleid und das Kokettieren mit dem eigenen Tod. Eine echte Tragödie, die sich in Songs und Liedern von Sting, Juan Llossas, Bertolt Brecht, Robert Schumann und anderen wiederfindet.